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Retro-Review: Castlevania – Symphony of the Night

Posted on 24 Februar 2014 by TwoBytes

Das am 20 März 1997 veröffentlichte Symphony of the Night wurde zunächst von den Fans nicht positiv angenommen. Die Vorgänger waren Action-Plattformer, wo die Spielerin von Level zu Level springen und kämpfen musste. Der Spielverlauf war somit linear, mit Symphony of the Night wurden aber einige Änderungen am bekannten Gameplay eingeführt.

Dracula’s Schloss ist wieder im Rumänien aufgetaucht und Alucard, sein Sohn, macht sich auf den Weg um seinen Vater aufzuhalten. Im Schloss angekommen wird schnell die erste Änderung klar, besiegt man die ersten Gegner erscheint eine Level-Up-Meldung. In Symphony of the Night wurden RPG-Elemente zum ersten Mal in der Serie eingeführt. (1)

Recht früh wird Alucard seiner Ausrüstung beraubt und muss fortan ohne Bewaffnung kämpfen, aber bald lässt ein besiegter Gegner eine Waffe fallen, die man ausrüsten kann. Dies ist eine weitere Änderung des bis dato bekannten Spielprinzips. Es gibt also Loot und Alucard kann entsprechend ausgerüstet werden.

Zu guter letzt gibt es keine Level mehr. Man kann überall hin, nur manche Stellen sind nicht sofort zugänglich, da eine bestimmte Fähigkeit gebraucht wird um diese zu erreichen, aber grundsätzlich lässt sich ein großer Teil des Schlosses von Anfang an durchstreifen.

Ich selbst habe so einige Mal von diesem Spiel gehört, vor allem da es als “Cult Classic” gilt, wie man so schön sagt. Dank meines überaus großzügigen Bruders, der mir eine PS3 zum Geburtstag geschenkt hat, und dem PSN, habe ich die Möglichkeit erhalten dieses Spiel selbst auszuprobieren. Nach 16 Stunden 57 Minuten und 31 Sekunden habe ich meinen ersten Playthrough mit 196,4% Completition zu Ende gebracht.

Hat dieses Spiel nach nun fast 17 Jahren auch noch Heute eine Relevanz? Lässt es sich im Vergleich zu modernen Titeln gut spielen? Diese Fragen möchte ich mit diesem Retro-Review beantworten.

Story
Die Geschichte von Symphony of the Night beginnt dort wo die Geschichte von Rondo of Blood aufhört. Die Spielerin selbst kämpft und besiegt Dracula. Vier Jahre später erreicht Alucard (Draculas Sohn) das Schloss und wird vom Tod (einem Diener Draculas) empfangen. Dieser warnt ihn sein Vorhaben fortzuführen. Alucard weigert sich natürlich und wird seiner Ausrüstung beraubt.

Im weiteren Spielverlauf begegnet man noch weiteren Charakteren, wie die siebzehnjährige Vampir-Jägerin Maria, die auf der Suche nach Richter ist, welcher nach dem Sieg über Dracula verschwunden ist, oder dem kauzigen Bibliothekar des Schlosses, der einem Items und anderes verkauft.

Die Story an sich ist rudimentär und bietet gerade eben die Grundmotivation warum man sich Dracula entgegen stellen soll. Die Dialoge sind unglaublich schlecht geschrieben und die Synchronisation ist, da mir kein besseres Wort einfällt, amateurhaft. Aber gerade dieser Umstand hat zu meiner Unterhaltung beigetragen. Es ist trashig im positiven Sinne und der Dialog zwischen Richter und Dracula zum Anfang des Spiels wird mir immer in Erinnerung bleiben.

“What is a man? A miserable little pile of secrets. But enough talk… Have at you!”

Grafik
Das Spiel verwendet primär 2D-Sprites mit 3D-Elementen die hier und da eingesträut werden. Zum Beispiel sind die Savepoints oder ein Uhrturm direkt am Anfang in 3D gehalten.

Die 2D-Sprites sind stellenweise unglaublich detailiert und gerade der Protagonist Alucard ist wirklich wundervoll umgesetzt. Wer Pixelgrafik mag kommt hier voll auf seine Kosten. Diejenigen die dem Charm von Pixelgrafik nichts abgewinnen können wird auch dieser unglaublich schöne Vertreter dieser Darstellungsform nicht von etwas anderem überzeugen.

Die Bosse sind ebenso schön animiert und “gezeichnet”, die Liebe zum Detail führt zu manch schauriger Monstrosität. Ich würde es nicht anders haben wollen.

Sound
Der Soundtrack ist duchwegs gut und gerade die klassischen Töne in der Bibliothek bleiben einem positiv in Erinnerung. Trotzdem ist es nicht mit den überaus genialen Soundtracks eines Chrono Trigger oder Final Fantasy 6 vergleichbar. Was aber der Popsong in den Endcredits zu suchen hat ist mir schleierhaft und trägt nur zu dem Trash-Faktor bei.

Die Soundkulisse ist ansonsten stimmig, wenn auch zwischendurch markerschütternde Schreie aus den Gegnern sprudeln, so dass ich solchen Gegnern lieber ausgewichen bin, als diese zu bekämpfen.

Gameplay
Hier glänzt das Spiel und konnte mich vollends überzeugen. Die Steuerung ist eingängig und die Bosskämpfe muss man mit Taktik und Geschick angehen, so dass sinnloses Buttonsmashing kaum hilfreich ist. Das Movement ist ausgezeichnet und präzise. Eine Anmerkung dazu habe ich jedoch: Alucard bewegt sich sehr langsam. Dem kann man aber abhelfen, denn seine Ausweichbewegung (der Dash-Rückwärts) ist schnell und kann mit dem richtigen Rhythmus ohne Unterbrechung durchgeführt werden. Ich habe also die meiste Zeit mit dem Char in die entgegen gesetzte Richtung geschaut und ge-dasht.

Auch der non-lineare Verlauf, die Progression durch das Leveln und der Erwerb neuer Fertigkeiten, wie den Doppelsprung oder die Möglichkeit sich in einen Wolf, Nebel oder eine Fledermaus zu verwandeln, geben einem immer etwas neues zu tun und zu entdecken. Und zu Entdecken gibt es reichlich. Denn das Schloss ist voller Geheimnisse, die es zu entdecken gilt und die nicht immer offensichtlich sind.

Es gibt viele geheime Räume zu erkunden und Items und Relikte zu entdecken. Grinden ist nicht nötig, die Level-Progression ist gut und mit dem Einsatz der richtigen Items sind auch schwierige Gegner schnell besiegt.

Diese offene Spielwelt begünstigt natürlich Backtracking. Viele Teile des Schlosses besucht man immer wieder. Ähnlich wie damals in Metroid, sind manche Bereiche nur mit den richtigen Items zugänglich. Ich persönlich sage in diesem Fall dazu nicht Backtracking sondern Discovery, denn es gilt immer etwas interessantes zu entdecken.

Es fühlt sich toll an Geheimnisse aufzudecken, schwere Passagen zu meistern und neues zu entdecken.

Story:2 Stars (2 / 5)
Grafik:5 Stars (5 / 5)
Sound:3 Stars (3 / 5)
Gameplay:5 Stars (5 / 5)
Spiespaß:5 Stars (5 / 5)
Durchschnitt:4 Stars (4 / 5)

1: Ganz korrekt ist das nicht, RPG-Elemente gab es bereits in Castlevania II: Simon’s Quest, aber dort war die Einführung weit weniger erfolgreich. 

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